
Arzneimittel & Medikation
Medikationsplan: Übersicht bei mehreren Arzneimitteln
Ein Medikationsplan ist eine vollständige, aktuelle Liste aller Arzneimittel, die ein Mensch einnimmt, mit Wirkstoff, Stärke, Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Grund der Anwendung. Er dient Patienten, Angehörigen, Arztpraxen und Apotheken als gemeinsame Grundlage. In Deutschland gibt es dafür ein einheitliches Formular, den bundeseinheitlichen Medikationsplan.
Auf einen Blick
- Was passiert
- Erfassung aller Präparate, Erstellung oder Aktualisierung des Plans, Erklärung der Einnahme
- Aufwand für Sie
- Ein Termin von 20 bis 40 Minuten; späteres Aktualisieren dauert meist wenige Minuten
- Mitzubringen
- Alle Packungen inklusive Nahrungsergänzung, vorhandener Medikationsplan, Krankenversicherungskarte
- Ergebnis
- Ausgedruckter Plan im bundeseinheitlichen Format, auf Wunsch in großer Schrift
- Für wen
- Menschen mit mehreren Dauermedikamenten und Angehörige, die die Einnahme organisieren
- Kosten
- Aktualisierung im Rahmen der Abgabe: ohne Zusatzkosten. Zur ausführlichen Beratung bei Polymedikation sprechen Sie uns gerne direkt an
- Beratung durch
- Theresia Weigel, Apothekerin
Wer Anspruch auf einen Medikationsplan hat
Der Anspruch ist gesetzlich geregelt. Versicherte, die mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig und dauerhaft anwenden, haben Anspruch darauf, dass ihnen ein Medikationsplan erstellt und ausgedruckt ausgehändigt wird. Zuständig dafür ist die Arztpraxis, in der Regel die hausärztliche.
Für die Apotheke gilt eine andere Rolle, die häufig verwechselt wird: Wir erstellen den Plan nicht anstelle der Arztpraxis, aber wir aktualisieren ihn. Wenn Sie ein Arzneimittel bei uns abholen und den Plan dabeihaben, tragen wir Änderungen auf Wunsch ein, auch Präparate aus der Selbstmedikation, die in der Arztpraxis nicht bekannt sind. Genau dort entstehen die Lücken, die im Ernstfall zählen.
Zwei Ergänzungen dazu:
- Der elektronische Medikationsplan (eMP) kann auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden, sodass Arztpraxen und Apotheken mit Ihrer Einwilligung darauf zugreifen können.
- Der Papierausdruck bleibt wichtig. Er funktioniert in der Notaufnahme, im Urlaub und dann, wenn keine Technik zur Hand ist. Wir empfehlen, ihn im Portemonnaie zu tragen.
Polymedikation, warum ab fünf Arzneimitteln etwas anderes gilt
Von Polymedikation spricht man üblicherweise, wenn fünf oder mehr Arzneimittel dauerhaft gleichzeitig eingenommen werden. Das ist keine Fehlentwicklung und meist gut begründet: mehrere behandelte Erkrankungen, mehrere Fachrichtungen, jede Verordnung für sich richtig.
Mit der Zahl der Präparate wächst allerdings mehreres gleichzeitig:
- Die Zahl möglicher Wechselwirkungen steigt nicht linear, sondern überproportional, jedes zusätzliche Präparat kann mit jedem bestehenden zusammentreffen.
- Die Übersicht verteilt sich. Der Kardiologe kennt seine Verordnung, die Hausärztin die ihre, die Nahrungsergänzung kennt niemand.
- Verordnungskaskaden können entstehen: Eine Nebenwirkung wird als neues Symptom behandelt, statt auf das auslösende Präparat zurückgeführt zu werden. Klassisch sind Husten, Ödeme, Magenbeschwerden und Schwindel.
- Die Anwendung wird komplizierter. Vier Einnahmezeitpunkte, Abstände zu Mahlzeiten, ein Präparat nur an bestimmten Wochentagen, das ist im Alltag schwer durchzuhalten.
- Bei älteren Menschen verändern sich Nieren- und Leberfunktion; Dosierungen, die jahrelang passten, können zu hoch werden. Für einen Teil der Wirkstoffe gibt es dazu Orientierungshilfen wie die PRISCUS-Liste.
Für Angehörige heißt das praktisch: Der Plan ist das Werkzeug, mit dem Sie die Einnahme organisieren können, ohne jedes Präparat medizinisch verstehen zu müssen. Er sagt, was wann genommen wird und warum, und er lässt sich mitnehmen, wenn Sie zum Arzttermin begleiten.
Grenzen und Einordnung
Ein Medikationsplan ist ein Dokument, keine Prüfung. Er kann vollständig und trotzdem pharmazeutisch unbewertet sein. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Arzneimittel zusammen passen, ist die Medikationsanalyse das dafür vorgesehene Verfahren.
Wir setzen keine Arzneimittel ab, ändern keine Dosierungen und streichen nichts aus dem Plan, was verordnet ist. Fällt uns beim Eintragen etwas auf, notieren wir es und geben es Ihnen für die Arztpraxis mit. Die Entscheidung liegt dort.
Der Plan ersetzt außerdem kein Gespräch. Ein Ausdruck, den niemand erklärt hat, wird nicht zuverlässiger befolgt als eine Packungsanleitung. Deshalb gehen wir ihn mit Ihnen durch, Zeile für Zeile, und schreiben in die Spalte für Hinweise das hinein, was im Alltag wirklich hilft.
Und er ist immer nur so aktuell wie die letzte Änderung. Ein Plan von vor einem Jahr kann in der Notaufnahme in die falsche Richtung führen. Lieber ein handschriftlicher Zusatz als ein sauberer, veralteter Ausdruck.
Wann ein Termin bei uns sinnvoll ist, und wann nicht
- Wenn Sie fünf oder mehr Arzneimittel dauerhaft einnehmen und noch keinen Plan haben oder der vorhandene nicht mehr stimmt.
- Nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn die Entlassmedikation mit der bisherigen abgeglichen werden muss.
- Wenn Sie als Angehörige die Einnahme übernehmen und eine belastbare, verständliche Grundlage brauchen.
- Wenn Sie mehrere Ärzte haben und keiner die vollständige Liste kennt.
- Wenn Sie zusätzlich Nahrungsergänzung nehmen die steht fast nie im Plan der Arztpraxis, ist aber pharmakologisch relevant.
- Vor einer Reise, damit Sie eine Liste mit Wirkstoffnamen dabeihaben, die auch im Ausland lesbar ist.
Und wann eher nicht: bei akuten Beschwerden. Verwirrtheit, Sturz mit Verletzung, Atemnot, plötzliche Schwäche, Blut im Stuhl, das gehört ärztlich abgeklärt, sofort. Wenn Sie zwei Arzneimittel nehmen und die Einnahme klar ist, brauchen Sie keinen Termin; wir tragen Änderungen dann einfach bei der Abholung ein.
So läuft es bei uns ab
- 1
Termin vereinbaren
telefonisch unter 03327 66 99 111 oder direkt in der Apotheke. Für einen neuen Plan planen wir 20 bis 40 Minuten.
- 2
Alles mitbringen
Alle Packungen, auch Nahrungsergänzung, Augentropfen, Salben, Sprays und Bedarfsmedikation. Dazu den vorhandenen Plan, Entlassbriefe und Ihre Versichertenkarte.
- 3
Erfassen
Wir gehen jedes Präparat durch: Wirkstoff, Stärke, Dosierung, Zeitpunkt, Grund. Wichtig ist, wie Sie tatsächlich einnehmen, nicht, wie es vorgesehen war.
- 4
Plan erstellen oder aktualisieren
Ausgabe im bundeseinheitlichen Format, auf Wunsch in vergrößerter Schrift.
- 5
Durchsprechen
Wir erklären die Reihenfolge, die Abstände und die Punkte, bei denen es im Alltag am häufigsten schiefgeht.
- 6
Aktuell halten
Bei jeder Änderung bringen Sie den Plan mit, wir tragen sie ein. Das dauert in der Regel wenige Minuten und braucht keinen Termin.
Was danach passiert
Sie gehen mit einem Ausdruck nach Hause, der bei Arztterminen, im Krankenhaus und im Notfall vorgelegt werden kann. Für Angehörige ist er die Grundlage, um die Einnahme zu stellen oder zu kontrollieren, ohne jedes Mal nachzufragen.
Wenn beim Erfassen Punkte auffallen, ein Wirkstoff doppelt, ein kritischer Einnahmeabstand, eine Nahrungsergänzung, die mit einem Arzneimittel zusammentrifft, empfehlen wir die vollständige Medikationsanalyse. Sie prüft systematisch, was der Plan nur auflistet.
Damit das Nachholen von Arzneimitteln nicht zum wöchentlichen Termin wird, können Sie Dauermedikation bei uns vorbestellen und per Botendienst bringen lassen. Blutdruck und Blutzucker lassen sich bei den Messungen vor Ort im Vorbeigehen kontrollieren, wenn ein Präparat neu eingestellt wurde.

Wer Sie berät
Theresia Weigel
Apothekerin und Inhaberin der Theresia Apotheke in Geltow. Sie führt die Apotheke seit über zehn Jahren und hat sich auf die Verbindung von Schulmedizin, funktioneller Medizin und Ayurveda spezialisiert. Zu ihren Schwerpunkten gehören Darmgesundheit und Mikrobiom, Mikronährstoffe, Aromatherapie und Ayurveda sowie die Betreuung von Leistungssportlern, darunter Olympiateilnehmer. Ihre Beratung stützt sich auf langjährige praktische Erfahrung.
Beratungstermin vereinbarenHäufige Fragen
Ab wie vielen Medikamenten habe ich Anspruch auf einen Medikationsplan?
Ab drei verordneten Arzneimitteln, die Sie gleichzeitig und dauerhaft anwenden. Der Anspruch richtet sich an die Arztpraxis, die den Plan erstellt und ausgedruckt aushändigt. Die Apotheke aktualisiert ihn auf Ihren Wunsch bei der Abgabe.
Was kostet ein Medikationsplan in der Apotheke?
Das Aktualisieren im Zusammenhang mit der Abgabe eines Arzneimittels kostet Sie nichts. Für eine ausführliche Beratung bei Polymedikation mit eigenem Termin sprechen Sie uns gerne direkt an.
Kann die Apotheke den Medikationsplan selbst erstellen?
Wir können alle Angaben erfassen und Ihnen einen Plan im bundeseinheitlichen Format ausdrucken. Der gesetzliche Anspruch auf Erstellung besteht gegenüber der Arztpraxis, und dort gehört der Plan auch hin, damit alle Beteiligten mit derselben Version arbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Medikationsplan und Medikationsanalyse?
Der Plan ist die Liste, die Analyse ist die Prüfung. Der Plan sagt, was Sie einnehmen. Die Medikationsanalyse sagt, ob das zusammenpasst, mit Wechselwirkungsprüfung, Dokumentation und Rückmeldung für die Arztpraxis.
Ab wann spricht man von Polymedikation?
Üblicherweise ab fünf Arzneimitteln, die dauerhaft gleichzeitig eingenommen werden. Die Zahl ist eine Konvention, keine Grenze für Gefahr, entscheidend ist, welche Präparate zusammenkommen.
Gehört Nahrungsergänzung in den Medikationsplan?
Ja, und zwar unbedingt. Hochdosierte Einzelnährstoffe, Johanniskraut, Calcium oder Eisen können Arzneimittel beeinflussen. Wir tragen sie in die dafür vorgesehene Zeile ein, damit die Arztpraxis sie kennt.
Mein Angehöriger kann nicht selbst kommen, geht das auch ohne ihn?
Ja. Bringen Sie alle Packungen, den vorhandenen Plan und die Entlass- oder Arztbriefe mit. Für Auskünfte zu einer anderen Person brauchen wir deren Einverständnis; wie das im Einzelfall aussieht, klären wir am Telefon. Auf Wunsch bringt unser Botendienst den fertigen Plan mit der nächsten Lieferung.
Wo bekomme ich in Geltow oder Werder Hilfe mit meinem Medikationsplan?
Bei uns in Geltow, Hauffstraße 87 b, etwa fünfzehn Autominuten aus Potsdam, zehn aus Werder, mit kostenfreien Parkplätzen direkt an der Apotheke. Ohne Termin für kurze Aktualisierungen, mit Termin für ausführliche Beratung: 03327 66 99 111.
Mehrere Medikamente, aber keine aktuelle Übersicht?
Bringen Sie alles mit, was Sie einnehmen, wir erstellen oder aktualisieren Ihren Plan und gehen ihn mit Ihnen durch. Für Angehörige, die die Einnahme organisieren, planen wir gern etwas mehr Zeit ein.
Theresia Apotheke, Hauffstraße 87 b, 14548 Schwielowsee OT Geltow
Mo–Fr 9:00–18:00 (Mi bis 16:30), Sa 9:00–13:00
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