
Naturheilkunde & Regulation
Aromatherapie und Aromapflege: ätherische Öle richtig anwenden
Aromatherapie ist die Anwendung naturreiner ätherischer Öle über Haut, Atemluft oder Raumluft. Aromapflege bezeichnet denselben Ansatz im pflegerischen Alltag, in Pflegeheim, Klinik oder häuslicher Pflege. Beides gehört zur Erfahrungsheilkunde: die Auswahl folgt überlieferten Anwendungsprofilen, nicht einem gesicherten Wirksamkeitsnachweis. Entscheidend sind Qualität des Öls, Verdünnung und Anwendungsform.
Auf einen Blick
- Was passiert
- Beratung zu Ölauswahl, Verdünnung und Anwendung; auf Wunsch eine individuelle Mischung aus unserer Rezeptur
- Aufwand für Sie
- Ein Termin von 20 bis 40 Minuten, Mischung zum Mitnehmen oder zur Abholung
- Ergebnis
- Schriftliche Anwendungsempfehlung, dazu die Mischung in Braunglas
- Terminbedarf
- Kurze Fragen ohne Termin, Beratung nach Vereinbarung
- Mitzubringen
- Medikamentenliste, bekannte Allergien, bei Pflegekontext die Pflegesituation
- Beratung durch
- Theresia Weigel, Apothekerin
Qualität, Trägeröl, Dosierung
Ein ätherisches Öl ist ein Konzentrat aus wenigen Tropfen pro Kilogramm Pflanze. „Naturidentisch“, „Duftöl“ und „Parfümöl“ bezeichnen synthetische Aromen und taugen für die Aromapflege nicht. Wir führen naturreine Öle, soweit möglich in Arzneibuchqualität. Auf das Etikett gehören:
- Botanischer Name Lavandula angustifolia ist nicht Lavandula latifolia.
- Chemotyp, wo er die Verträglichkeit bestimmt: Thymian CT Linalool statt CT Thymol.
- Herkunft, Pflanzenteil, Gewinnungsverfahren.
- Chargennummer mit Analysenzertifikat ohne Charge keine Aussage über das einzelne Fläschchen.
- Braunglas und Haltbarkeit. Zitrusöle und Teebaumöl oxidieren schnell, und oxidierte Öle sind der häufigste Grund für Hautreaktionen.
Verdünnt wird in einem Trägeröl: Mandelöl (neutral), Jojoba (ein Wachsester, lange haltbar), Sesamöl (schwerer, traditionell in der ayurvedischen Ölmassage) oder Aprikosenkernöl für empfindliche Haut. Für Einreibungen bei Erwachsenen sind 1–3 % üblich, etwa 10–30 Tropfen auf 50 ml; im Gesicht, bei Kindern und bei dünner Altershaut weniger.
Anwendungsformen
- Raumbeduftung Diffuser in Intervallen von etwa 20 bis 30 Minuten, nicht dauerhaft; wer im Raum ist, entscheidet mit.
- Einreibung Brust, Rücken, Nacken, Fußsohlen: Menge und Ort bleiben kontrollierbar.
- Bad ohne Emulgator (Sahne, Honig, Dispergator) schwimmt das Öl unverdünnt auf und reizt die Haut.
- Inhalation über Wasserdampf mit geschlossenen Augen, milder trocken über ein Taschentuch.
- Kompresse Öl in den Emulgator, dann ins Wasser, Tuch auflegen.
Sicherheit: was nicht gemacht wird
- Niemals unverdünnt auf die Haut, auch nicht Lavendel oder Teebaum, der häufigste Weg in eine dauerhafte Kontaktsensibilisierung.
- Nicht innerlich ohne Anleitung. Für einzelne Öle gibt es Fertigarzneimittel in definierter Dosierung; Tropfen aus dem Aromafläschchen belasten Schleimhaut und Leber.
- Säuglinge und Kleinkinder: keine mentholhaltigen Öle wie Pfefferminze, keine cineolreichen wie Eucalyptus globulus im Gesicht- und Brustbereich, bei Säuglingen droht ein Stimmritzenkrampf. Für Kinder gelten niedrigere Konzentrationen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: engere Auswahl, niedrige Konzentration, im ersten Trimester besondere Vorsicht. Traditionell als wehenwirksam beschriebene Öle setzen wir nicht ein.
- Asthma: Duftreize können einen Bronchospasmus auslösen. Keine Dampfinhalation, keine intensive Raumbeduftung, allenfalls niedrig dosierte Einreibung nach Absprache mit der Praxis.
- Epilepsie: campherhaltige und ketonreiche Öle wie Salbei, Rosmarin CT Camphor oder Fenchel gelten als potenziell anfallsfördernd und bleiben außen vor.
- Phototoxische Öle: kaltgepresste Zitrusöle, vor allem Bergamotte, dazu Zitrone, Limette, Bitterorange. Nach dem Auftragen mindestens 12 Stunden keine Sonne, kein Solarium, sonst drohen Verbrennungen und bleibende Pigmentflecken. Bergamotte gibt es auch bergaptenfrei (FCF).
- Augen, Schleimhäute, offene Wunden bleiben ausgespart; bei Augenkontakt mit fettem Öl auslöschen, nicht mit Wasser.
- Katzen bauen bestimmte Bestandteile nur eingeschränkt ab; wo eine lebt, planen wir Raumbeduftung anders.
Aromapflege im Pflegealltag
Aromapflege ist der Einsatz ätherischer Öle bei Menschen, die sich nicht oder nur eingeschränkt äußern können, in Pflegeheim, ambulanter Pflege, Palliativbegleitung und in der Pflege durch Angehörige. Der Rahmen ist ein anderer: kleine, dokumentierte Routinen statt Experimente.
Wir mischen in Braunglas, beschriftet mit Zusammensetzung, Konzentration, Herstelldatum und Haltbarkeit, damit auch die Kollegin in der Spätschicht weiß, was in der Flasche ist. Angehörige weisen wir ein: welche Menge, wo, wie oft, wann man aufhört. In der professionellen Pflege gehört die Anwendung in die Pflegeplanung und ist mit der Behandlung abzustimmen. Bei Demenz zählt die beobachtbare Reaktion mehr als jede Empfehlung: Abwehr ist ein Nein.
Grenzen und Einordnung
Aromatherapie und Aromapflege sind Erfahrungsheilkunde. Die Zuordnung einzelner Öle zu Anwendungsbereichen stammt aus überlieferter Praxis und Fachliteratur, nicht aus einer belastbaren Studienlage. Für einige Öle liegen kontrollierte Untersuchungen vor, meist an kleinen Gruppen und mit gemischten Ergebnissen; für die meisten Anwendungen existiert kein Wirksamkeitsnachweis im Sinne der Evidenzbasierten Medizin.
Deshalb sagen wir nicht, wogegen ein Öl hilft, sondern wie es traditionell eingesetzt wird und worauf zu achten ist. Aromatherapie ersetzt keine Diagnose, keine notwendige Behandlung und kein verordnetes Arzneimittel. Pflanzlich heißt nicht harmlos: Kontaktallergien gegen Linalool, Limonen oder Geraniol sind häufig und nehmen mit der Anwendungsdauer zu.
Wann Aromapflege sinnvoll sein kann, und wann nicht
- Sie haben Öle zu Hause und wissen nicht, wie stark verdünnt und wie oft Sie sie anwenden.
- Sie pflegen einen Angehörigen und möchten eine ruhige Routine, etwa eine abendliche Einreibung.
- Sie brauchen eine individuelle Mischung, weil Fertigprodukte etwas enthalten, das Sie nicht vertragen.
- Sie sind schwanger, stillen oder haben kleine Kinder und wollen wissen, was vertretbar ist.
- Sie arbeiten in der Pflege und brauchen Mischungen mit vollständiger Deklaration.
Und wann eher nicht: bei Fieber, Atemnot, Brustschmerz, neuen oder starken Schmerzen, Verdacht auf Infektion, offenen Wunden. Auch anhaltende Schlaflosigkeit, ausgeprägte Angst oder über Wochen gedrückte Stimmung gehören in die Arztpraxis, nicht auf eine Duftmischung, das sagen wir auch dann, wenn Sie mit dem Wunsch nach einer Mischung kommen.
So läuft die Beratung ab
- 1
Situation klären
Wer wendet an, bei wem, wie oft, dazu Erkrankungen, Medikamente, Allergien, Haustiere.
- 2
Öle auswählen
Wir gehen die Kandidaten mit botanischem Namen und Chemotyp durch, und Sie riechen sie. Was Sie nicht mögen, kommt nicht hinein.
- 3
Verdünnung festlegen
und in der Apotheke herstellen, beschriftet mit Zusammensetzung und Verwendbarkeitsfrist, siehe Rezeptur & Eigenherstellung.
- 4
Einweisung mit Abbruchkriterien
Rötung, Juckreiz, Kopfschmerz, Atemenge, dann mit fettem Öl abnehmen, beenden, bei uns melden.
- 5
Rückmeldung
nach etwa zwei bis vier Wochen: passt die Mischung oder wird sie angepasst.
Was danach passiert
Sie gehen mit einer beschrifteten Mischung und einem Blatt Papier, auf dem Menge, Ort und Häufigkeit stehen. Die meisten Fehler passieren bei der Dosierung, nicht bei der Auswahl. Angebrochene Mischungen sind begrenzt haltbar; die Zusammensetzung notieren wir für die Nachbestellung. War der Anlass ein Hautthema, folgt meist eine passende Grundpflege: Hautpflege bei Neurodermitis, Akne und Rosacea. Geht es um Pflanzen als Arznei statt als Duft, ist Phytotherapie der nächste Schritt.

Wer Sie berät
Theresia Weigel
Apothekerin und Inhaberin der Theresia Apotheke in Geltow. Sie führt die Apotheke seit über zehn Jahren und hat sich auf die Verbindung von Schulmedizin, funktioneller Medizin und Ayurveda spezialisiert. Zu ihren Schwerpunkten gehören Darmgesundheit und Mikrobiom, Mikronährstoffe, Aromatherapie und Ayurveda sowie die Betreuung von Leistungssportlern, darunter Olympiateilnehmer. Ihre Beratung stützt sich auf langjährige praktische Erfahrung.
Beratungstermin vereinbarenHäufige Fragen
Was kostet eine Aromaberatung?
Die Kosten für das Gespräch und eine individuelle Mischung nennen wir Ihnen gerne im persönlichen Gespräch. Die Krankenkassen übernehmen beides nicht.
Kann ich ätherische Öle unverdünnt auf die Haut geben?
Nein, auch Lavendel und Teebaum nicht, obwohl das oft anders zu lesen ist. Unverdünnt ist der häufigste Weg zu einer Kontaktallergie, und die bleibt dauerhaft.
Sind ätherische Öle für Babys, Kinder und Schwangere geeignet?
Nur eingeschränkt, mit engerer Auswahl und niedrigeren Konzentrationen. Mentholhaltige und cineolreiche Öle gehören bei Säuglingen und Kleinkindern nicht in den Gesichts- und Brustbereich. In der Schwangerschaft sind wir vor allem im ersten Trimester zurückhaltend.
Was ist der Unterschied zwischen Aromatherapie und Aromapflege?
Aromatherapie ist der Oberbegriff. Aromapflege meint den Einsatz im pflegerischen Alltag, Pflegeheim, ambulante Pflege, Angehörige, dokumentiert, wiederkehrend und mit der Behandlung abgestimmt.
Warum nicht mit Zitrusölen in die Sonne?
Kaltgepresste Zitrusöle, vor allem Bergamotte, sind phototoxisch. Mit UV-Licht drohen Verbrennungen und bleibende Pigmentflecken; deshalb mindestens 12 Stunden Sonne meiden oder eine bergaptenfreie Qualität (FCF) wählen.
Ersetzt Aromatherapie den Arztbesuch?
Nein, sie ist eine begleitende Anwendung aus der Erfahrungsheilkunde. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden ist die ärztliche Abklärung der erste Schritt.
Wo kann ich mich in Geltow oder Potsdam beraten lassen?
Bei uns in Geltow, Hauffstraße 87 b, fünfzehn Autominuten aus Potsdam, zehn aus Werder, kostenfreie Parkplätze. Termine unter 03327 66 99 111.
Sie möchten ätherische Öle sicher anwenden, oder eine Mischung, die zu Ihnen passt?
Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie mit, was Sie zu Hause haben.
Theresia Apotheke, Hauffstraße 87 b, 14548 Schwielowsee OT Geltow
Mo–Fr 9:00–18:00 (Mi bis 16:30), Sa 9:00–13:00
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