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Theresia Apotheke
Phytotherapie & Heilpflanzen in der Theresia Apotheke Geltow

Naturheilkunde & Regulation

Phytotherapie: Heilpflanzen als Arzneimittel richtig einsetzen

Phytotherapie ist die Anwendung von Arzneimitteln, deren Wirkstoff ein Pflanzenteil oder ein daraus gewonnener Extrakt ist. Anders als bei traditionellen Erfahrungsverfahren gibt es hier zugelassene Präparate, behördlich bewertete Monographien und definierte Dosierungen. Entscheidend sind Extraktqualität, Dosis, Anwendungsdauer, und die Prüfung, ob das Präparat mit einer bestehenden Dauermedikation zusammenpasst.

Auf einen Blick

Was passiert
Beratungsgespräch: Auswahl des Präparats, Dosierung, Anwendungsdauer, Prüfung auf Wechselwirkungen mit Ihrer Medikation
Aufwand für Sie
Ein Termin von 20 bis 40 Minuten; kurze Fragen zu Dosierung und Verträglichkeit beantworten wir auch ohne Termin
Mitbringen
Vollständige Liste Ihrer Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, auch der frei gekauften
Ergebnis
Konkrete Präparate- und Dosierungsempfehlung schriftlich, mit Anwendungsdauer und Abbruchkriterien
Erstattung
Pflanzliche Arzneimittel sind für Erwachsene in der Regel Selbstzahlerleistung; bei Kindern und in Einzelfällen gibt es Ausnahmen
Beratung durch
Theresia Weigel, Apothekerin

Rationale Phytotherapie, was sie von „irgendwas mit Kräutern“ unterscheidet

Rationale Phytotherapie arbeitet mit definierten Zubereitungen, deren Zusammensetzung und Dosierung nachvollziehbar sind. Drei Ebenen entscheiden über die Qualität:

Der Extrakt. Ein pflanzlicher Wirkstoff ist kein Einzelmolekül, sondern ein Vielstoffgemisch. Deshalb ist die Zubereitung Teil des Wirkstoffs. Auf der Packung stehen dazu das Droge-Extrakt-Verhältnis (etwa 5:1, also fünf Teile Pflanzenmaterial für einen Teil Extrakt) und das Auszugsmittel, Wasser, Ethanol in einer bestimmten Konzentration, seltener andere Lösungsmittel. Ein wässriger und ein alkoholischer Auszug derselben Pflanze sind pharmazeutisch zwei verschiedene Dinge. Studienergebnisse gelten immer für den geprüften Extrakt, nicht für die Pflanze allgemein.

Die Standardisierung. Standardisierte Extrakte sind auf einen Gehalt an Leit- oder Wirkstoffen eingestellt, sodass jede Charge vergleichbar dosiert ist. Bei einem Tee aus dem Supermarkt ist das nicht der Fall.

Die Monographien. Für pflanzliche Arzneimittel gibt es geordnete Bewertungen: Das HMPC, der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur, erstellt Monographien und unterscheidet dabei zwei Wege. Bei „well-established use“ liegt wissenschaftliche Evidenz aus klinischen Studien vor. Bei „traditional use“ stützt sich die Zulassung auf eine mindestens dreißigjährige, davon fünfzehnjährige Anwendung innerhalb der EU, Qualität und Unbedenklichkeit sind belegt, die Wirksamkeit gilt als plausibel, nicht als studiengestützt. Daneben stehen die Monographien der ESCOP, der europäischen Fachgesellschaft für Phytotherapie, und die älteren Kommission-E-Monographien. Diese Unterscheidung ist der eigentliche Unterschied in der Beratung: Wir sagen Ihnen, in welche der beiden Kategorien Ihr Präparat fällt.

Arzneitee, Nahrungsergänzung, Arzneimittel, drei verschiedene Kategorien

Dieselbe Pflanze kann in drei rechtlich getrennten Formen im Regal stehen, und die Unterschiede sind erheblich:

  • Arzneitee in Arzneibuchqualität. Er erfüllt die Prüfvorschriften des Europäischen Arzneibuchs beziehungsweise des Deutschen Arzneibuchs: Identität, Mindestgehalt an wirksamen Bestandteilen, Grenzwerte für Schwermetalle, Pestizide, Keimzahl und Pyrrolizidinalkaloide. Solche Tees erhalten Sie in der Apotheke, offen oder abgepackt.
  • Lebensmitteltee. Ein Kräuter- oder Früchtetee ist ein Genussmittel. Er unterliegt Lebensmittelrecht, nicht Arzneibuchvorgaben. Der Gehalt an wirksamen Bestandteilen ist nicht festgelegt und schwankt. Für eine gezielte Anwendung in arzneilicher Dosierung ist er nicht gedacht.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenextrakten. Sie dürfen keine krankheitsbezogenen Aussagen tragen. Die Extraktmenge liegt oft unter der arzneilich untersuchten Dosis, und das Droge-Extrakt-Verhältnis fehlt häufig auf dem Etikett. Wir schauen bei solchen Produkten zuerst auf die Dosis pro Tag, nicht auf die Aufmachung.

Zur Zubereitung gehört auch die Handwerksseite: Aufguss, Abkochung oder Kaltauszug, je nach Pflanzenteil und Inhaltsstoff, Ziehzeit, bedeckt ziehen lassen bei ätherischölhaltigen Drogen, Tagesmenge. Teemischungen nach ärztlicher Verordnung stellen wir im Rahmen der Rezeptur und Eigenherstellung her.

Wechselwirkungen und Anwendungssicherheit

„Pflanzlich“ bedeutet nicht „mild“ und nicht „nebenwirkungsfrei“. Pflanzliche Arzneimittel enthalten pharmakologisch aktive Stoffe, und genau deshalb können sie mit anderen Arzneimitteln in Konflikt geraten. Das ist der Punkt, an dem eine Apothekenberatung den größten praktischen Unterschied macht.

Johanniskraut ist dafür das Lehrbuchbeispiel. Extrakte in arzneilicher Dosierung induzieren Abbauenzyme in der Leber, vor allem CYP3A4, sowie das Transportprotein P-Glykoprotein. Die Folge: Andere Arzneistoffe werden schneller abgebaut und ihr Wirkspiegel sinkt. Betroffen sind unter anderem hormonelle Kontrazeptiva, der Verhütungsschutz kann unzuverlässig werden, Immunsuppressiva nach Transplantation wie Ciclosporin und Tacrolimus, Gerinnungshemmer, bestimmte Krebsmedikamente, HIV-Medikamente und einige Herzmedikamente. In Kombination mit serotonerg wirkenden Antidepressiva kann es zu verstärkten Effekten kommen. Zudem kann die Lichtempfindlichkeit der Haut steigen. Wer eines dieser Medikamente einnimmt, sollte Johanniskraut nicht in Eigenregie dazunehmen, und es auch nicht abrupt absetzen, ohne dass jemand auf die Wirkspiegel schaut.

Weitere Punkte, die in der Beratung regelmäßig auftauchen:

  • Süßholzwurzel bei längerer Anwendung in höherer Dosis sind Blutdruck und Kaliumhaushalt betroffen. Die Anwendungsdauer ist deshalb begrenzt; bei Bluthochdruck und in der Schwangerschaft ist sie kritisch zu sehen.
  • Ginkgo-, Ingwer- und Knoblauchzubereitungen in arzneilicher Dosierung neben Gerinnungshemmern oder vor geplanten Operationen, hier ist Rücksprache angezeigt.
  • Pfefferminz-, Menthol- und Eukalyptusölzubereitungen dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesichts- und Nasenbereich angewendet werden.
  • Pyrrolizidinalkaloide in Zubereitungen aus Beinwell, Huflattich oder Pestwurz, hier gelten Grenzwerte und begrenzte Anwendungszeiträume, die bei Arzneibuchware eingehalten sind, bei selbst gesammeltem Material nicht.
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder, Leber- und Nierenerkrankungen für viele Pflanzen fehlen belastbare Daten für diese Gruppen. Fehlende Daten sind kein Freibrief, sondern ein Grund zur Zurückhaltung.

Wenn Sie mehrere Medikamente dauerhaft einnehmen, prüfen wir das strukturiert: Dafür gibt es die Medikationsanalyse, in der Verordnungen, Selbstmedikation und pflanzliche Präparate gemeinsam durchgesehen werden.

Grenzen und Einordnung

Die Evidenzlage in der Phytotherapie ist besser als bei traditionellen Erfahrungsverfahren, aber sie ist nicht gleichmäßig gut. Für einige Extrakte liegen kontrollierte klinische Studien vor, für andere stützt sich die Zulassung ausdrücklich auf die traditionelle Anwendung. Beides steht im selben Apothekenregal, oft nebeneinander. Wir benennen im Gespräch, welcher Fall vorliegt.

Was Phytotherapie nicht leistet: Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine notwendige Behandlung. Bei bakteriellen Infektionen, die eine antibiotische Therapie brauchen, ist sie nicht das Mittel der Wahl. Sie ist kein Ersatz für eine eingestellte Dauermedikation, ein Blutdruck- oder Diabetesmedikament wird nicht durch einen Extrakt abgelöst. Und sie ist kein Impfersatz.

Wirkung braucht außerdem Zeit und Dosis. Viele pflanzliche Arzneimittel entfalten ihren Effekt erst bei regelmäßiger Anwendung über den in der Fachinformation angegebenen Zeitraum; unterdosiert angewendet passiert wenig. Umgekehrt gilt für mehrere Pflanzen eine maximale Anwendungsdauer, nach der eine Pause oder eine ärztliche Abklärung folgen sollte. Beschwerden, die über die vorgesehene Anwendungsdauer hinaus anhalten, sich verschlechtern oder immer wiederkehren, gehören ärztlich untersucht, nicht in die nächste Packung.

Wann Phytotherapie sinnvoll ist, und wann nicht

  • Bei leichten, klar zuordenbaren Alltagsbeschwerden, für die zugelassene pflanzliche Arzneimittel verfügbar sind und eine Selbstmedikation vertretbar ist.
  • Wenn ein chemisch definiertes Arzneimittel nicht in Frage kommt oder schlecht verträglich war und eine pflanzliche Alternative existiert, in Abstimmung mit der behandelnden Praxis.
  • Als Begleitung einer ärztlichen Therapie, wenn geprüft ist, dass sich die Präparate nicht gegenseitig behindern.
  • Wenn Sie schon pflanzliche Präparate nehmen und wissen möchten, ob Dosis, Extraktqualität und Anwendungsdauer sinnvoll sind. Häufig ist das Ergebnis: die richtige Pflanze, aber zu niedrig dosiert.
  • Vor einer Reise oder für die Hausapotheke, wenn Sie eine überschaubare, sinnvolle Auswahl möchten statt eines vollen Schranks.

Und wann eher nicht: bei hohem oder länger anhaltendem Fieber, bei Atemnot, Brustschmerz, starken oder plötzlich einsetzenden Schmerzen, bei Blut im Stuhl oder Urin, bei ungewolltem Gewichtsverlust und bei jedem Verdacht auf eine ernste Erkrankung. Das gehört ärztlich abgeklärt, in dringenden Fällen in die Notaufnahme. Ebenfalls zurückhaltend sind wir bei Selbstmedikation in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Säuglingen und bei laufender Behandlung mit Immunsuppressiva, Gerinnungshemmern oder Krebsmedikamenten, dort ist ärztliche Rücksprache Bedingung, nicht Empfehlung.

So läuft die Beratung ab

  1. 1

    Anliegen und Vorgeschichte

    Was besteht seit wann, was wurde bereits versucht, war eine Praxis damit befasst?

  2. 2

    Rote Flaggen ausschließen

    Wir gehen die Zeichen durch, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat.

  3. 3

    Medikationsliste durchsehen

    Verordnete Arzneimittel, Selbstmedikation, Nahrungsergänzung. Hier fällt der größte Teil der Wechselwirkungen auf.

  4. 4

    Präparat auswählen

    Extrakt, Darreichungsform, Tee, Tropfen, Kapsel, Salbe, und Dosierung nach Monographie oder Fachinformation.

  5. 5

    Anwendungsplan schriftlich

    Dosis, Einnahmezeitpunkte, Anwendungsdauer, was auf Verträglichkeit hin zu beobachten ist, ab wann Sie abbrechen und zum Arzt gehen.

  6. 6

    Rückmeldung nach Vereinbarung

    Kurz telefonisch oder beim nächsten Besuch: Hat es getragen, wird fortgeführt, angepasst oder beendet?

Was danach passiert

Sie verlassen die Apotheke mit einem konkreten Präparat, einer konkreten Dosis und einem Enddatum für die Anwendung. Dieses Enddatum ist Teil der Empfehlung, nicht ein vergessenes Detail: Wenn sich in dem vereinbarten Zeitraum nichts bewegt, ist der nächste Schritt eine ärztliche Abklärung und keine höhere Dosis.

Zeigt sich, dass hinter einem wiederkehrenden Anliegen etwas Grundlegenderes steht, gehen wir weiter: über die Mikronährstoffanalyse, wenn eine Versorgungsfrage im Raum steht, oder über die Ernährungsplanung, wenn die Ernährung der Ansatzpunkt ist. Wer pflanzliche Arzneimittel neben mehreren Dauermedikamenten einnimmt, ist mit der Medikationsanalyse am besten bedient.

Theresia Weigel, Apothekerin

Wer Sie berät

Theresia Weigel

Apothekerin und Inhaberin der Theresia Apotheke in Geltow. Sie führt die Apotheke seit über zehn Jahren und hat sich auf die Verbindung von Schulmedizin, funktioneller Medizin und Ayurveda spezialisiert. Zu ihren Schwerpunkten gehören Darmgesundheit und Mikrobiom, Mikronährstoffe, Aromatherapie und Ayurveda sowie die Betreuung von Leistungssportlern, darunter Olympiateilnehmer. Ihre Beratung stützt sich auf langjährige praktische Erfahrung.

Beratungstermin vereinbaren

Häufige Fragen

Was ist Phytotherapie genau?

Phytotherapie ist die Anwendung von Arzneimitteln, deren Wirkstoff eine Pflanze oder ein Pflanzenextrakt ist. Sie ist Teil der Arzneimitteltherapie, nicht der Erfahrungsheilkunde im engeren Sinn: Für zugelassene pflanzliche Arzneimittel gelten Qualitätsvorgaben, Monographien und definierte Dosierungen.

Sind pflanzliche Arzneimittel harmlos, weil sie natürlich sind?

Nein. Pflanzliche Zubereitungen enthalten pharmakologisch aktive Stoffe. Sie können Nebenwirkungen haben, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. „Natürlich“ ist keine Aussage über die Sicherheit, sondern über die Herkunft.

Kann ich Johanniskraut zu meinen Medikamenten dazunehmen?

Nicht ohne Prüfung. Johanniskraut-Extrakte beschleunigen den Abbau anderer Arzneistoffe und können deren Wirkspiegel senken, betroffen sind unter anderem hormonelle Kontrazeptiva, Immunsuppressiva, Gerinnungshemmer sowie bestimmte Krebs- und HIV-Medikamente. Bringen Sie Ihre Medikationsliste mit, dann sehen wir das gemeinsam durch.

Was ist der Unterschied zwischen Apothekentee und Tee aus dem Supermarkt?

Arzneitee aus der Apotheke erfüllt Arzneibuchqualität: geprüfte Identität, Mindestgehalt an wirksamen Bestandteilen und Grenzwerte für Schwermetalle, Pestizide und Keimbelastung. Lebensmitteltee ist ein Genussmittel ohne diese Vorgaben; der Gehalt schwankt und ist für eine arzneiliche Dosierung nicht geeignet.

Wie lange muss ich ein pflanzliches Arzneimittel anwenden, bis sich etwas zeigt?

Das hängt vom Präparat ab und steht in der Fachinformation. Viele Extrakte brauchen regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen. Für mehrere Pflanzen gibt es umgekehrt eine maximale Anwendungsdauer. Beides klären wir vorab, damit Sie wissen, wann Sie fortführen und wann Sie aufhören.

Übernimmt die Krankenkasse pflanzliche Arzneimittel?

Für Erwachsene sind nicht verschreibungspflichtige pflanzliche Arzneimittel in der Regel Selbstzahlerleistung. Bei Kindern bis zu einer bestimmten Altersgrenze und in einzelnen begründeten Fällen gibt es Ausnahmen. Ob Ihr Präparat dazugehört, sagen wir Ihnen beim Termin.

Ersetzt Phytotherapie den Arztbesuch?

Nein. Sie ist eine Behandlungsoption bei leichten, zuordenbaren Beschwerden und eine Begleitung ärztlicher Therapie. Bei unklaren, anhaltenden oder schweren Beschwerden ist die ärztliche Untersuchung der erste Schritt, und wir sagen es, wenn wir das so sehen.

Wo kann ich mich in Geltow zu Heilpflanzen beraten lassen?

Bei uns in der Hauffstraße 87 b in Geltow, zehn Autominuten aus Werder, etwa fünfzehn aus Potsdam, mit kostenfreien Parkplätzen direkt an der Apotheke. Für ein ausführliches Gespräch bitte vorher anrufen: 03327 66 99 111.

Sie möchten wissen, ob Ihr pflanzliches Präparat zu Ihren Medikamenten passt?

Bringen Sie Ihre Medikationsliste mit und vereinbaren Sie einen Termin. Wir schauen Extrakt, Dosis und Wechselwirkungen gemeinsam durch.

Theresia Apotheke, Hauffstraße 87 b, 14548 Schwielowsee OT Geltow
Mo–Fr 9:00–18:00 (Mi bis 16:30), Sa 9:00–13:00

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