
Sport & Leistungsfähigkeit
Sport-Supplements: Beratung mit Blick auf Bedarf und Wettkampfsicherheit
Sport-Supplements sind Nahrungsergänzungsmittel, die im Training und Wettkampf eingesetzt werden. Sinnvoll wird ihr Einsatz erst, wenn zwei Fragen geklärt sind: ob überhaupt ein Bedarf besteht, den die Ernährung nicht deckt, und ob das Produkt für Wettkampfsportler unbedenklich ist. Beides klären wir vor der Produktauswahl, nicht danach.
Auf einen Blick
- Was passiert
- Bestandsaufnahme von Training, Ernährung und Medikation, danach Auswahl, Dosierung und Zeitpunkt der Einnahme sowie Prüfung der Dopingsicherheit
- Aufwand für Sie
- Ein Beratungstermin von 20 bis 40 Minuten, bei Bedarf Folgetermin
- Mitbringen
- Trainingsplan oder Wettkampfkalender, aktuelle Laborwerte, alle Präparate und Medikamente, die Sie einnehmen, auch die aus dem Internet
- Ergebnis
- Schriftlicher Einnahmeplan mit Dosierung und Timing, dazu die Bewertung jedes Produkts hinsichtlich Dopingrelevanz
- Dauer
- Termin nach Vereinbarung, in der Regel innerhalb weniger Werktage
- Hausmarke
- „Theresia Supps“, Nahrungsergänzung aus eigener Herstellung
- Beratung durch
- Theresia Weigel, Apothekerin, Betreuung von Leistungssportlern einschließlich Olympiateilnehmern
Zuerst der Bedarf, dann das Produkt
Die häufigste Konstellation in der Beratung: Jemand nimmt sechs Präparate und braucht zwei davon. Deshalb steht am Anfang keine Produktempfehlung, sondern eine Bestandsaufnahme.
Wir sehen uns an, wie oft und wie hart Sie trainieren, wie Ihre Wettkampfsaison liegt, was Sie tatsächlich essen, wie viel Sie schwitzen, ob Sie Gewicht machen müssen, welche Laborwerte vorliegen und welche Medikamente Sie einnehmen. Erst daraus ergibt sich, ob eine Lücke besteht, und wo.
Häufig zeigt sich, dass die Grundlagen tragfähiger sind als jedes Präparat: Energiemenge, Eiweißverteilung über den Tag, Kohlenhydrate rund um die Belastung, Flüssigkeit, Schlaf. Wo eine Ergänzung sinnvoll erscheint, wird sie gezielt eingesetzt und nicht als Paket verkauft. Wo keine Lücke besteht, empfehlen wir nichts. Das gilt auch dann, wenn Sie mit einem konkreten Produktwunsch kommen.
Substanzen mit belastbarer Datenlage
Von den vielen Substanzen, die im Sport angeboten werden, ist nur ein kleiner Teil gut untersucht. Auf diese konzentrieren wir uns:
- Kreatin-Monohydrat die am umfangreichsten untersuchte Substanz im Sportbereich, eingesetzt vor allem bei kurzen, wiederholten Belastungen im Kraft- und Schnelligkeitsbereich. Relevant sind die Tagesmenge, die Regelmäßigkeit über Wochen und ausreichend Flüssigkeit.
- Koffein gut untersucht in Bezug auf Ausdauer- und Intensitätsbelastungen. Entscheidend sind Menge, Zeitpunkt vor der Belastung, die individuelle Verträglichkeit und der Abstand zur Nachtruhe. Koffein steht nicht auf der Verbotsliste, wird aber im Monitoring-Programm der WADA beobachtet.
- Beta-Alanin untersucht für Belastungen im Bereich von wenigen Minuten. Der Aufbau braucht Wochen, weshalb der Einnahmezeitpunkt innerhalb der Saison geplant werden muss. Ein Kribbeln auf der Haut ist eine bekannte, harmlose Begleiterscheinung der Einzeldosis.
- Elektrolyte, insbesondere Natrium relevant bei langen Belastungen, hohen Temperaturen und starkem Schweißverlust. Die Menge richtet sich nach Dauer, Klima und individuellem Schweißverhalten, nicht nach einem Standardrezept.
- Eiweiß kein Wundermittel, sondern eine Frage der Gesamtmenge pro Tag und ihrer Verteilung. Ein Pulver ist nur dann sinnvoll, wenn diese Menge über Lebensmittel nicht erreicht wird. Für die Auswahl zählen Eiweißquelle, Zusatzstoffe und Verträglichkeit.
Dazu kommen je nach Befund gezielte Mikronährstoffe, etwa Eisen, Vitamin D oder Magnesium, aber nur auf Basis von Werten, nicht auf Verdacht. Was in einem Einnahmeplan gehört, entscheidet die Ausgangslage. Für die Auswahl der Präparate sehen wir uns Dosierung, Darreichungsform, Hilfsstoffe, Herstellerangaben und Chargendokumentation an. Aus eigener Herstellung führen wir die Hausmarke „Theresia Supps“.
Dopingrelevanz, der Kernpunkt für Wettkampfsportler
Wer im organisierten Sport startet und getestet wird, trägt für alles, was er einnimmt, selbst die Verantwortung. Das ist keine Redewendung, sondern die Rechtslage.
Strict Liability. Nach den Anti-Doping-Regeln gilt das Prinzip der verschuldensunabhängigen Haftung: Wird eine verbotene Substanz in der Probe gefunden, liegt ein Regelverstoß vor, unabhängig davon, ob Vorsatz, Fahrlässigkeit oder ein Versehen vorliegt. Die Beweislast liegt beim Athleten: Er muss darlegen, wie die Substanz in seinen Körper gelangt ist, wenn er eine Reduzierung der Sanktion erreichen will. Das ist ohne aufbewahrte Chargen und Belege praktisch unmöglich.
Die Verbotsliste. Maßgeblich ist die jährlich aktualisierte Liste der WADA, die von der NADA für Deutschland veröffentlicht wird. Sie ändert sich, und zwar auch bei Substanzen, die vorher erlaubt waren. Wir prüfen jedes Präparat gegen die zum Zeitpunkt der Beratung gültige Fassung, und weisen darauf hin, dass diese Prüfung ein Datum hat. Für Medikamente gilt dasselbe: Auch Erkältungsmittel, Asthmasprays und Infusionen können relevant sein. Wo eine medizinische Indikation für ein verbotenes Mittel besteht, ist eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) über den zuständigen Verband zu beantragen, das läuft ärztlich, wir können den Weg nur benennen.
Kölner Liste. Die Kölner Liste des Olympiastützpunkts Rheinland führt Nahrungsergänzungsmittel, die in einem akkreditierten Labor auf Verunreinigungen mit Dopingsubstanzen untersucht wurden. Eine Listung ist kein Wirksamkeitsurteil und keine Garantie, sie bezieht sich auf geprüfte Chargen und senkt das Risiko, sie eliminiert es nicht. Für Wettkampfsportler ist sie der praktikabelste Ausgangsfilter, und wir arbeiten mit ihr.
Kontaminationsrisiko bei Internetprodukten. Das Hauptproblem sind nicht die deklarierten Inhaltsstoffe, sondern die nicht deklarierten. Untersuchungen von Nahrungsergänzungsmitteln haben wiederholt Verunreinigungen mit anabolen Steroiden und Stimulanzien gefunden, teils durch gemeinsame Produktionslinien, teils durch bewusste Zusätze. Besonders betroffen sind Produkte, die über ausländische Onlineshops bezogen werden, sowie Kategorien wie Pre-Workout-Booster, Fatburner und „Muskelaufbau“-Formeln. Für getestete Athleten ist eine Bestellung im Internet ohne Chargenprüfung ein unkalkulierbares Risiko, und die Konsequenz trägt der Athlet, nicht der Händler.
Praktisch heißt das: Wir dokumentieren, was Sie einnehmen, mit Produktname, Hersteller, Chargennummer und Kaufbeleg. Restmengen und Verpackungen behalten Sie. Das ist der einzige Weg, im Streitfall überhaupt argumentieren zu können.
Grenzen und Einordnung
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, keine Arzneimittel. Sie behandeln keine Erkrankungen, und wir stellen keine Aussagen über Krankheiten in Aussicht. Auch Leistungsversprechen gehören nicht hierher: Selbst gut untersuchte Substanzen wirken unterschiedlich stark, bei einem Teil der Anwender gar nicht, und die in Studien beschriebenen Effekte sind meist klein. Sie ersetzen kein Training und keine ausreichende Ernährung.
Was wir nicht leisten: eine Dopingfreiheitsgarantie. Die gibt es nicht, für kein Produkt und von keinem Anbieter. Wir können das Risiko durch Auswahl, Chargenprüfung und Dokumentation deutlich senken, die Verantwortung im Sinne der Anti-Doping-Regeln bleibt beim Athleten. Ebenfalls nicht in unsere Zuständigkeit fällt die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung; das ist Aufgabe des behandelnden Arztes und des Verbandes.
Und wenn Beschwerden hinter der Frage stehen, anhaltender Leistungseinbruch, Infektanfälligkeit, Zyklusstörungen, wiederholte Verletzungen, gehört das ärztlich abgeklärt. Ein Supplement ist dann die falsche Antwort auf die richtige Frage.
Wann die Beratung sinnvoll ist, und wann nicht
- Vor der Wettkampfsaison, wenn feststehen soll, was Sie einnehmen und was Sie im Zweifelsfall belegen können.
- Wenn Sie getestet werden im Kaderbereich, bei Landes- oder Bundesverbandszugehörigkeit, bei internationalen Starts.
- Wenn Sie bereits mehrere Präparate nehmen und wissen wollen, was davon nötig ist, was sich überschneidet und was sich gegenseitig behindert.
- Bei Laborwerten mit Auffälligkeiten, etwa im Eisen- oder Vitamin-D-Status, wenn daraus ein Einnahmeplan werden soll.
- Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, weil Wechselwirkungen zwischen Präparaten und Arzneimitteln häufiger sind als angenommen.
- Im Ausdauer- und Kraftsport mit hohem Umfang, wenn Ernährung und Ergänzung aufeinander abgestimmt werden sollen.
Und wann eher nicht: wenn die Grundlagen nicht stehen. Wer zu wenig isst, zu wenig schläft und zu viel trainiert, gewinnt durch kein Präparat. Auch nicht sinnvoll ist die Beratung, wenn Sie eine Bestätigung für ein bestimmtes Produkt erwarten, wir prüfen ergebnisoffen und sagen es, wenn wir von etwas abraten.
So läuft die Beratung ab
- 1
Terminvereinbarung
telefonisch oder per E-Mail. Sie bringen Trainingsplan, Wettkampfkalender, Laborwerte und alle Präparate mit, die Sie derzeit einnehmen.
- 2
Bestandsaufnahme
Training, Ernährung, Schlaf, Gewichtsklasse, Medikation, bisherige Präparate. Wir notieren Produktnamen und Chargen.
- 3
Bedarfsklärung
Wir arbeiten heraus, wo tatsächlich eine Lücke besteht und wo nicht. Was wegfällt, sagen wir genauso deutlich wie das, was dazukommt.
- 4
Dopingprüfung
Abgleich mit der aktuellen NADA-Verbotsliste und der Kölner Liste, Bewertung jedes einzelnen Produkts. Kritische Präparate werden ausgetauscht oder gestrichen.
- 5
Einnahmeplan
Substanz, Dosierung, Zeitpunkt, Dauer und geplanter Überprüfungstermin, schriftlich, damit Sie es beim Trainer und beim Arztbesuch vorlegen können.
- 6
Nachtermin bei Bedarf
etwa vor einem Wettkampfhöhepunkt, nach neuen Laborwerten oder wenn die Verbotsliste aktualisiert wurde.
Was danach passiert
Sie gehen mit einem Plan und einer Dokumentation aus dem Termin. Beides ist so angelegt, dass es einer Kontrolle standhält: nachvollziehbar, mit Belegen, mit Datum.
Wenn Sie noch keine Laborwerte haben und der Verdacht auf eine Versorgungslücke im Raum steht, ist die Mikronährstoffanalyse der nächste Schritt, ein Einnahmeplan auf Basis gemessener Werte ist etwas anderes als einer nach Erfahrung. Soll nicht nur die Ergänzung, sondern die Ernährung selbst geordnet werden, greift die Ernährungsplanung.
Wie oft wir den Plan überprüfen, richtet sich nach Ihrer Saison. Sinnvolle Zeitpunkte sind der Beginn der Vorbereitung, die Phase vor dem Wettkampfhöhepunkt und jede Änderung Ihrer Medikation.

Wer Sie berät
Theresia Weigel
Apothekerin und Inhaberin der Theresia Apotheke in Geltow. Sie führt die Apotheke seit über zehn Jahren und hat sich auf die Verbindung von Schulmedizin, funktioneller Medizin und Ayurveda spezialisiert. Zu ihren Schwerpunkten gehören Darmgesundheit und Mikrobiom, Mikronährstoffe, Aromatherapie und Ayurveda sowie die Betreuung von Leistungssportlern, darunter Olympiateilnehmer. Ihre Beratung stützt sich auf langjährige praktische Erfahrung.
Beratungstermin vereinbarenHäufige Fragen
Was kostet die Beratung?
Die Kosten für die Beratung von 20 bis 40 Minuten nennen wir Ihnen gerne im persönlichen Gespräch. Es handelt sich um eine Selbstzahlerleistung, die Krankenkassen übernehmen sie nicht.
Was ist die Kölner Liste?
Die Kölner Liste ist ein Verzeichnis von Nahrungsergänzungsmitteln, deren Chargen in einem akkreditierten Labor auf Dopingsubstanzen untersucht wurden. Sie sagt nichts über Wirksamkeit aus und ist keine Garantie, senkt aber das Kontaminationsrisiko deutlich. Für getestete Athleten ist sie der sinnvolle Ausgangsfilter.
Sind Supplements aus dem Internet gefährlich für Wettkampfsportler?
Das Risiko liegt in nicht deklarierten Verunreinigungen, die in Untersuchungen von Nahrungsergänzungsmitteln wiederholt gefunden wurden, besonders in Boostern, Fatburnern und Muskelaufbauprodukten. Bei einer positiven Probe haftet der Athlet, nicht der Händler. Ohne Chargenprüfung und Belege ist das kaum kalkulierbar.
Welche Supplements sind wirklich belegt?
Am besten untersucht sind Kreatin-Monohydrat, Koffein, Beta-Alanin, Elektrolyte und Eiweiß. Auch dort sind die beschriebenen Effekte meist klein und individuell unterschiedlich. Alles darüber hinaus ist Einzelfallprüfung.
Brauche ich überhaupt Nahrungsergänzung?
Oft nicht in dem Umfang, in dem sie genommen wird. Ob eine Lücke besteht, zeigt die Bestandsaufnahme von Training und Ernährung, bei Bedarf ergänzt durch Laborwerte. Wo keine Lücke ist, empfehlen wir nichts.
Kann ich Supplements neben meinen Medikamenten nehmen?
Das prüfen wir im Termin. Wechselwirkungen zwischen Präparaten und Arzneimitteln kommen vor, etwa bei Mineralstoffen, Schilddrüsenhormonen oder Blutverdünnern. Bringen Sie deshalb alle Packungen mit, auch die frei verkäuflichen.
Ersetzt die Beratung den Sportarzt?
Nein. Wir beraten pharmazeutisch zu Präparaten, Dosierung, Wechselwirkungen und Dopingrelevanz. Diagnostik, Belastungssteuerung im medizinischen Sinn und Ausnahmegenehmigungen bleiben ärztliche Aufgaben.
Wo bekomme ich diese Beratung in der Nähe von Potsdam?
Bei uns in Geltow, Hauffstraße 87 b, rund fünfzehn Autominuten aus Potsdam, zehn aus Werder, mit kostenfreien Parkplätzen direkt an der Apotheke. Termine nach Vereinbarung unter 03327 66 99 111.
Sie wollen wissen, was Sie brauchen, und was Sie im Wettkampf verantworten können?
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin und bringen Sie alles mit, was Sie derzeit einnehmen.
Theresia Apotheke, Hauffstraße 87 b, 14548 Schwielowsee OT Geltow
Mo–Fr 9:00–18:00 (Mi bis 16:30), Sa 9:00–13:00
Passende Leistungen