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Theresia Apotheke
Homöopathie-Beratung in der Theresia Apotheke Geltow

Naturheilkunde & Regulation

Homöopathie: was sie ist, was die Beratung leistet, wo die Grenzen liegen

Homöopathie ist ein Verfahren der Erfahrungsheilkunde, bei dem Ausgangsstoffe schrittweise verdünnt und dabei verschüttelt werden, dieser Vorgang heißt Potenzierung. Die Mittelwahl folgt dem Ähnlichkeitsprinzip. Homöopathika sind in Deutschland als Arzneimittel registriert; ihre Wirksamkeit wird wissenschaftlich unterschiedlich beurteilt und ist umstritten. Sie ersetzen keine notwendige medizinische Behandlung.

Auf einen Blick

Was passiert
Beratungsgespräch in der Apotheke: Mittelwahl, Potenz, Darreichungsform, Einnahme, Abgrenzung zu ärztlicher Behandlung
Aufwand für Sie
Ein Termin von 20 bis 40 Minuten; ohne Termin beraten wir zu Einnahme und Verträglichkeit auch spontan in der Apotheke
Mitbringen
Aktuelle Medikamentenliste, gegebenenfalls ärztliche Verordnung oder eine bisherige Mittelempfehlung
Ergebnis
Eine schriftliche Einnahmeempfehlung und eine klare Aussage, wofür das Mittel nicht in Frage kommt
Erstattung
Registrierte Homöopathika sind in der Regel Selbstzahlerleistung; Kassenregelungen sind Satzungssache, bitte bei Ihrer Kasse erfragen
Beratung durch
Theresia Weigel, Apothekerin

Wie Homöopathika hergestellt werden, Potenzen verstehen

Ausgangspunkt ist ein pflanzlicher, mineralischer oder tierischer Stoff, aus dem eine Urtinktur oder eine Verreibung hergestellt wird. Diese wird in festgelegten Schritten verdünnt und bei jedem Schritt verschüttelt oder verrieben. Aus der Zahl und Art der Schritte ergibt sich die Potenzangabe auf der Packung:

  • D-Potenzen (Dezimalpotenzen) jeder Schritt verdünnt im Verhältnis 1:10. D6 bedeutet sechs solcher Schritte. D-Potenzen sind die im Handverkauf häufigsten.
  • C-Potenzen (Centesimalpotenzen) jeder Schritt im Verhältnis 1:100. C30 und höhere Potenzen werden vor allem in der klassischen Einzelmittel-Anwendung eingesetzt.
  • LM- bzw. Q-Potenzen Verdünnungsschritte im Verhältnis 1:50.000, in eigener Herstellungsvorschrift. Sie werden meist als Lösung und in engeren zeitlichen Abständen gegeben.

Ab etwa D23 beziehungsweise C12 ist rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr zu erwarten. Die Homöopathie erklärt die Wirkung solcher Potenzen nicht stofflich, sondern mit einer Übertragung von Information auf das Trägermaterial. Für diese Annahme existiert kein naturwissenschaftliches Erklärungsmodell.

Rechtlich sind Homöopathika Arzneimittel. Der größte Teil ist nach dem Arzneimittelgesetz registriert, nicht zugelassen: Für die Registrierung müssen pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit belegt werden, ein Wirksamkeitsnachweis ist nicht Voraussetzung. Deshalb trägt die Packung solcher Mittel auch keine Angabe eines Anwendungsgebiets.

Einzelmittel, Komplexmittel, Konstitutionsmittel

  • Einzelmittel enthalten einen Ausgangsstoff in einer Potenz. Sie sind die Form der klassischen Homöopathie: ein Mittel, das nach einer ausführlichen Erhebung der Symptome und ihrer Modalitäten, wann besser, wann schlechter, ausgewählt wird.
  • Komplexmittel kombinieren mehrere Einzelmittel in einer Zubereitung. Sie sind für die Selbstmedikation gedacht, weil die Auswahl weniger Erfahrung verlangt. Viele Komplexmittel sind zugelassen und tragen dann ein Anwendungsgebiet.
  • Konstitutionsmittel meint in der klassischen Homöopathie ein Mittel, das nicht auf eine einzelne Beschwerde, sondern auf das Gesamtbild eines Menschen bezogen wird. Diese Arbeit gehört in eine längerfristige Begleitung durch eine Ärztin oder einen Heilpraktiker mit entsprechender Ausbildung, nicht in ein Apothekengespräch.

Darreichungsformen und was pharmazeutisch daran relevant ist: Globuli bestehen aus Saccharose, Tabletten meist aus Laktose, Dilutionen sind alkoholische Lösungen. Das ist kein Detail: Bei Laktoseintoleranz, bei Fructose- oder Saccharoseunverträglichkeit, bei Alkoholkarenz, bei Kindern und in der Schwangerschaft entscheidet die Darreichungsform mit. Globuli lässt man üblicherweise im Mund zergehen. Zu Injektionszubereitungen beraten wir nur begleitend zur ärztlichen Anwendung.

Was die Beratung in der Apotheke leistet

Wir beraten zu Homöopathika, weil viele Menschen sie anwenden, und weil dabei Fragen entstehen, die pharmazeutisch beantwortet werden müssen. Konkret:

  • Auswahl und Abgrenzung. Welche Darreichungsform und welche Potenz passt zu Ihrer Situation, und ist ein homöopathisches Mittel überhaupt das Naheliegende? Häufig ist es das nicht, und dann sagen wir es.
  • Einnahme. Wie oft, wie lange, wann abzusetzen, wie mit einer Verschlechterung umzugehen ist und ab wann eine ärztliche Abklärung nicht länger warten sollte.
  • Verträglichkeit und Wechselwirkungen. Hochpotenzierte Zubereitungen sind stofflich arm; relevante Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten sind deshalb nicht zu erwarten. Genau das ist für viele der Grund, sie zu wählen. Bei niedrigen Potenzen, Urtinkturen und bei Kombinationspräparaten mit pflanzlichen Anteilen schauen wir sehr wohl auf Ihre Dauermedikation.
  • Prüfung, was daneben läuft. Wir kontrollieren, ob eine verordnete Therapie durch die Selbstmedikation abgesetzt oder verzögert zu werden droht. Das ist der häufigste ernste Fehler bei homöopathischer Selbstbehandlung.
  • Bezug und Herstellung. Nicht gängige Einzelmittel und Potenzen bestellen wir; Rezepturen nach ärztlicher Verordnung stellen wir im Rahmen der Rezeptur und Eigenherstellung her.

Grenzen und Einordnung

Hier steht, was auf den meisten Seiten zu diesem Thema fehlt.

Ein über den Placeboeffekt hinausgehender Wirksamkeitsnachweis liegt für Homöopathie nicht vor. Systematische Übersichtsarbeiten und Stellungnahmen wissenschaftlicher Fachgesellschaften kommen überwiegend zu dem Ergebnis, dass sich Effekte homöopathischer Mittel in methodisch belastbaren Studien nicht von Placebo unterscheiden lassen. Die Homöopathie ist damit ein traditionelles Verfahren der Erfahrungsheilkunde, keine evidenzbasierte Therapie. Wer sie anwendet, tut das auf dieser Grundlage, und sollte es wissen.

Das ist kein Grund, jemandem die Anwendung auszureden. Es ist der Grund, drei Dinge sehr deutlich zu sagen:

Homöopathie ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung. Wenn eine wirksame Therapie verfügbar ist, darf sie nicht durch ein homöopathisches Mittel ersetzt oder aufgeschoben werden. Der Schaden entsteht in solchen Fällen nicht durch das Mittel, sondern durch die verlorene Zeit.

Homöopathie ersetzt keine Impfung. Es gibt keine homöopathische Alternative zu einer Impfung, und Nosoden sind kein Impfschutz. Dasselbe gilt für die Reiseprophylaxe: Eine Malariaprophylaxe ist eine ärztliche Verordnung, kein homöopathisches Thema. Wir geben zu diesem Zweck keine Mittel ab.

Bei diesen Situationen ist Homöopathie ausdrücklich nicht das Mittel der Wahl: Infektionen mit Fieberverlauf, insbesondere bei Kindern, Säuglingen und älteren Menschen; Verdacht auf eine bakterielle Infektion, die eine antibiotische Behandlung braucht; jeder Verdacht auf eine schwere oder fortschreitende Erkrankung; Atemnot, Brustschmerz, plötzliche neurologische Ausfälle; unklarer Gewichtsverlust; psychische Krisen. Auch die Begleitung einer Krebstherapie ist nichts, was in Eigenregie mit Globuli erfolgen sollte, hier ist die Abstimmung mit der behandelnden Onkologie die Bedingung.

Und ein Hinweis zur Einordnung der Kritik: „Es ist nur Zucker, also schadet es nicht“ ist ebenfalls zu kurz gedacht. Unbedenklich ist ein Mittel dann, wenn es niemanden davon abhält, das Richtige zu tun.

Wann eine homöopathische Beratung sinnvoll ist, und wann nicht

  • Sie wenden Homöopathika bereits an und möchten wissen, ob Potenz, Dosierung und Anwendungsdauer plausibel sind.
  • Eine Ärztin oder ein Heilpraktiker hat Ihnen ein Mittel empfohlen und Sie brauchen die pharmazeutische Umsetzung: richtige Potenz, passende Darreichungsform, Bezug.
  • Sie nehmen dauerhaft Medikamente ein und wollen sicher sein, dass sich Selbstmedikation und Verordnung nicht in die Quere kommen.
  • Sie richten eine Hausapotheke ein und möchten, dass darin auch die Mittel liegen, die im Ernstfall tatsächlich gebraucht werden, nicht nur die sanften.
  • Sie sind unsicher, was Sie von Homöopathie halten sollen, und wünschen sich eine Einordnung ohne Verkaufsinteresse und ohne Belehrung.

Und wann eher nicht: bei akuten Beschwerden mit Fieber, bei Verdacht auf eine ernste Erkrankung, bei Beschwerden, die länger anhalten oder sich verschlechtern, und immer dann, wenn eine ärztliche Abklärung ohnehin ansteht. In diesen Fällen führt der Weg zur Ärztin, zum Arzt oder in dringenden Fällen in die Notaufnahme, und wir sagen Ihnen das auch, wenn Sie mit einem konkreten Mittelwunsch zu uns kommen.

So läuft das Beratungsgespräch ab

  1. 1

    Anliegen klären

    Was möchten Sie erreichen, was ist bisher geschehen, war jemand ärztlich damit befasst?

  2. 2

    Rote Flaggen ausschließen

    Wir gehen die Zeichen durch, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat. Dieser Schritt steht bewusst am Anfang, nicht am Ende.

  3. 3

    Medikation prüfen

    Wir sehen Ihre aktuelle Medikamentenliste durch, wegen niedriger Potenzen, pflanzlicher Anteile und vor allem wegen der Frage, ob etwas Verordnetes gerade ins Rutschen kommt.

  4. 4

    Mittel, Potenz und Form festlegen

    Einzelmittel oder Komplexmittel, D-, C- oder LM-Potenz, Globuli, Tabletten oder Lösung, abhängig von Verträglichkeiten und davon, wer das Mittel nimmt.

  5. 5

    Einnahme schriftlich mitgeben

    Häufigkeit, Dauer, Abbruchkriterien. Dazu ein Satz, ab wann Sie nicht weiter probieren, sondern zum Arzt gehen.

  6. 6

    Nachfragen ist eingeplant

    Sie erreichen uns telefonisch, wenn während der Anwendung eine Frage auftaucht.

Was danach passiert

Sie gehen mit einer Einnahmeempfehlung auf Papier und mit einer klaren Grenze nach Hause: bis wann Sie beobachten, ab wann Sie ärztlich abklären lassen. Wenn sich in dem vereinbarten Zeitraum nichts bewegt, ist das für uns ein Ergebnis und kein Anlass, die Potenz zu wechseln.

Häufig ergibt sich aus dem Gespräch, dass etwas anderes näherliegt. Wo pflanzliche Arzneimittel mit belegter Wirksamkeit in Frage kommen, gehen wir zur Phytotherapie und Heilpflanzenkunde über. Bei mehreren Dauermedikamenten ist die Medikationsanalyse der sinnvollere nächste Schritt. Und wenn hinter dem Anliegen eine Frage nach Ursachen steht, führt der Weg eher über die Mikronährstoffanalyse als über ein weiteres Mittel.

Theresia Weigel, Apothekerin

Wer Sie berät

Theresia Weigel

Apothekerin und Inhaberin der Theresia Apotheke in Geltow. Sie führt die Apotheke seit über zehn Jahren und hat sich auf die Verbindung von Schulmedizin, funktioneller Medizin und Ayurveda spezialisiert. Zu ihren Schwerpunkten gehören Darmgesundheit und Mikrobiom, Mikronährstoffe, Aromatherapie und Ayurveda sowie die Betreuung von Leistungssportlern, darunter Olympiateilnehmer. Ihre Beratung stützt sich auf langjährige praktische Erfahrung.

Beratungstermin vereinbaren

Häufige Fragen

Wirkt Homöopathie?

Ein über den Placeboeffekt hinausgehender Wirksamkeitsnachweis liegt nicht vor. In methodisch belastbaren Studien lassen sich Effekte homöopathischer Mittel nicht zuverlässig von Placebo unterscheiden. Wer Homöopathie anwendet, sollte das auf dieser Grundlage entscheiden, und nicht anstelle einer notwendigen Behandlung.

Was bedeuten die Zahlen auf der Packung, etwa D12 oder C30?

Sie geben Verdünnungsschritte an: D steht für Schritte im Verhältnis 1:10, C für 1:100, LM oder Q für 1:50.000. D12 bedeutet zwölf Zehnerschritte. Ab etwa D23 beziehungsweise C12 ist rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen Einzelmittel und Komplexmittel?

Ein Einzelmittel enthält einen Ausgangsstoff in einer Potenz und wird nach dem Gesamtbild der Symptome ausgewählt. Ein Komplexmittel kombiniert mehrere Einzelmittel und ist für die Selbstmedikation gedacht. Für die Auswahl eines Einzelmittels braucht es mehr Erfahrung und mehr Zeit.

Kann ich Homöopathika neben meinen Medikamenten einnehmen?

Bei hochpotenzierten Zubereitungen sind relevante Wechselwirkungen nicht zu erwarten. Bei niedrigen Potenzen, Urtinkturen und Kombinationspräparaten mit pflanzlichen Anteilen prüfen wir Ihre Medikationsliste. Wichtiger als die Wechselwirkung ist aber die Frage, ob eine verordnete Therapie dadurch abgesetzt wird, das darf nicht passieren.

Ersetzt Homöopathie eine Impfung?

Nein. Es gibt keinen homöopathischen Impfschutz, und Nosoden sind kein Impfersatz. Dasselbe gilt für die Malariaprophylaxe bei Reisen; die gehört in die ärztliche Verordnung. Mittel zu diesem Zweck geben wir nicht ab.

Ist Homöopathie für Kinder geeignet?

Bei harmlosen Alltagsbeschwerden wenden viele Eltern homöopathische Mittel an, und wir beraten dazu. Bei Fieber, bei Säuglingen, bei Trinkverweigerung, Atemnot oder anhaltendem Weinen gilt jedoch ohne Umweg der Weg zur Kinderärztin. Zur Darreichungsform beraten wir mit: Globuli sind für kleine Kinder nicht immer die sichere Wahl.

Übernimmt die Krankenkasse homöopathische Mittel?

Registrierte Homöopathika sind in der Regel Selbstzahlerleistung. Einige Kassen erstatten im Rahmen ihrer Satzung, und diese Regelungen haben sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Fragen Sie bitte direkt bei Ihrer Kasse nach.

Wo kann ich mich in Geltow zu Homöopathie beraten lassen?

Bei uns in der Hauffstraße 87 b in Geltow, zehn Autominuten aus Werder, etwa fünfzehn aus Potsdam, mit kostenfreien Parkplätzen direkt an der Apotheke. Für ein ausführliches Gespräch bitte vorher anrufen: 03327 66 99 111.

Sie möchten Homöopathie einordnen, bevor Sie sie anwenden?

Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch. Wir sagen Ihnen, was ein Mittel leisten kann, was nicht, und wann etwas anderes dringender ist.

Theresia Apotheke, Hauffstraße 87 b, 14548 Schwielowsee OT Geltow
Mo–Fr 9:00–18:00 (Mi bis 16:30), Sa 9:00–13:00

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